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Ortswechsel für die Kalligraphie

Kalligraphie ganz anders

Gestisches_Schreiben
Expressive_Schriftkunst

Ein Ortswechsel ist erfrischend und inspirierend.Er bringt, wie der Frühling frischen Wind und neuen Duft ins kalligrafische Spiel. So habe ich dieses Wochenende die Gelegenheit in einem komplett anderen Umfeld zu arbeiten. Der Künstlerstammtisch Rosenfeld hat ein gemeinsames Arbeiten organisiert, es verspricht interessant zu werden. Wie wird es sein, wenn eine Fotografin/Literatin, Keramikerinnen/Bildhauerinnen, Malerinnen verschiedenster Richtungen und eine Kalligraphin gemeinsam arbeiten? Was wird da mit der Kalligraphie passieren? Das wird wirklich ein Experiment. Anderes Umfeld, andere Gewerke! Ich kenne das Arbeiten mit anderen KalligraphInnen, es ist immer anregend und und schön. Aber wie wird es sein mit Künstlern gänzlich anderer Richtungen zu arbeiten?

Ortswechsel geographisch und kalligraphisch

Vom Heuberg geht’s hinab ins Neckartal, eine halbe Autostunde Richtung Autobahn. Die Gegend ist immer noch idyllisch, aber schon doch schon etwas industrieller geprägt und so hat Ulrike für uns tatsächlich einen Raum zur Zwischennutzung in einer Fabrik organisien können. Hier werden Metallteile hergestellt, einige Maschinen sind am Laufen, es richt nach Öl und Industrie.


Es war im Vorfeld klar, dass wir kein gemütliches Umfeld vorfinden werden, sondern uns auf die Gegebenheiten vor Ort einlassen müssen. Vorsichtshalber brachten wir unsere „Ausrüstung“ selber mit. Die Kalligraphie ist ja gemeinhin auf einen Tisch und einen Stuhl als Grundausstattung angewiesen, ich wollte aber keine Tische schleppen, also wich ich auf meine Staffelei aus.

Der Genius Loci und die Kalligraphie

Kalligraphie_Geniun_Loci
Kalligraphie_Geniun_Loci

Die Fotografin Elke gab gleich die Marschrichtung vor: Mit ihrer Kamera schaute sie in jede Ecke der Fabrikhalle. Also schaute ich mich auch ein bisschen um und fand Metallspäne, Schleifpapier und Schleifscheiben, die ich später verwenden wollte. Ich hatte mich für eine Farbpalette zwischen Weiss und Schwarz entschieden, Acrylfarben, Kohle, Ölpastell, Bleistift und Eddings waren die Medien. Als Grund diente eine 70 x 100 cm Leinwand auf Keilrahmen.

Intuitiver Text für die Schriftkunst

Schriftkunst_Intuitiver_Text
Schriftkunst_Intuitiver_Text

Den Text baute ich intuitiv auf, ausgehend eben vom Genius Loci. Die Vorgehensweise war schreiben, auslöschen, schreiben, verschleiern, schreiben, aufbauen, schreiben, übermalen. Ich bin mir nicht sicher ob ich das Ganze überhaupt Kalligraphie nennen möchte, aber ich habe auch keinen anderen richtigen Namen dafür. Die Kalligraphie wird ja inhaltlich sehr weit gefasst, da gibt es vielleicht noch eine Möglichkeit, diese Art des Schreibens unterzubringen. Jedenfalls war es für mich eine neue, andere Art des Arbeitens, die mir weitere Möglichkeiten eröffnet.

Schriftkunst_Zwischenschritte
Schriftkunst_Zwischenschritte
Schriftkunst_Zwischenschritte
Schriftkunst_Zwischenschritte

Schriftkunst meets Fotografie, figurative Malerei, Skulptur, Keramik...

Und dann das Arbeiten mit den anderen Kunstrichtungen: wunderbar! Aber hier nur ganz kurz:

Stefanie malt Blumen mitPastellkreiden: wunderbare weiche Farbverläufe: die wären auch für großformatige Buchstaben sehr schön.

Dorothee verwendet eine Farbpalette in in Blau- und Beerentönen: außergewöhnlich und exzellent. Elkes Ornamentik auf ihrer Keramik könnte auch in der Kalligraphie einen Platz finden und die Formen von Annes Keramik-Vasen liefern die Inspiration für ein eigenes Alphabet.

Also: Ein unglaublicher Input von einem Tag und heute geht es weiter!